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Grauer Steppenlemming (Lagurus lagurus Pallas, 1773)
Systematik:
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Wühlmäuse (Microtinae)
Art: Grauer Steppenlemming (Lagurus lagurus),
Gelblemming (Lagurus luteus),
Beifuß-Steppenlemming (Lagurus curtatus)
Nach ROSSOLIMO (1995) wird Lagurus lagurus von den
beiden Arten luteus und curatus getrennt behandelt
und die beiden Arten werden in die Gattung Eolagurus gestellt.
Aussehen:
Die Kopf-Rumpf-Länge des Grauen Steppenlemmings
mißt 80 - 120 mm, der Schwanz etwa 7 - 19 mm (Ognev 1964). Der Schwanz ist
dicht behaart, die Fußsohlen jedoch nur teilweise. Der Rücken ist in einem
je nach Herkunft unterschiedlich hellem Grau gefärbt und die Art ist durch
den dorsalen schwarzen Streifen gut von den anderen beiden Arten zu unterscheiden.
Die Unterseite ist weißlich, die Ohren nur sehr klein.
Man stellte fest, daß Fette auf dem Fell einen wasserdichten Schutz liefern und
die Körperwärme in der nördlichen Steppe aufrecht erhalten.
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Grauer Steppenlemming (Lagurus lagurus) im Schulzoo Leipzig
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Verbreitung:
Die weitläufige Verbreitung erstreckt sich von der
Ukraine bis zur westlichen Mongolei und der nordwestchinesischen Provinz Sinkiang.
Während des Pleistozäns befand sich ihr Verbreitungsgebiet westlich von Großbritannien
(Corbet 1978; Gromov und Polyakov 1992).
Das Verbreitungsgebiet wird in östlicher Richtung zunehmend
kleiner (Grzimek 1998).
Die Art wurde einst in der Nähe von Kiew, etwa 300 km westlich ihres
heutigen Verbreitungsgebietes gefunden, ist aber in diese Gegend wegen
der Zerstörung ihres Habitates durch den Menschen um 1900 ausgestorben.
Lebensweise:
Die Art bewohnt Steppen
und Halbwüsten, gelegentlich auch Weide- und Kulturland. In den sandigen Steppen
bilden sie große Kolonien.
Sie errichten zum einem vorübergehende Baue, die zum Schutz dienen und zum
andern umfangreichere Bausysteme für den Aufenthalt, in dem auch die
Jungen geboren und aufgezogen werden. Die letztgenannten haben nur 2 - 3
Öffnungen und erstrecken sich bis zu 90 cm unter der Erdoberfläche. Auf
halber Höhe befindet sich eine kugelförmige, mit trockenem Gras ausgelegte
Nestkammer mit einem Durchmesser von etwa 10 cm. Die Tiere sind vor allem
in der nachts, ab und zu aber auch am Tag für 2 - 4 Stunden, aktiv.
In Gefangenschaft wie in Freiheit kann man keine Lebensdauer erwarten,
die weit über 20 Monate hinaus gehen würde. Ihre vermutete Zucker-Unverträglichkeit
zusammen mit einer ohnehin kurzen Lebensdauer und Anfälligkeit für Lungenprobleme
läßt ihnen keine große Hoffnung ein hohes Alter zu erreichen.
Ernährung:
Die Tiere ernähren sich herbivor. Es werden hauptsächlich Gräser,
Knollen, Tulpenzwiebeln, und anderen Steppenkräutern gefressen.
Bevorzugt wird jedoch Wermut. Ferner wird auch Getreide und Samen
gefressen. Ein Teil der Nahrung wird getrocknet und dient als Vorrat
für den Winter.
Im Schulzoo Leipzig bekommen die Tiere als Grundfutter eine
Waldvogelfuttermischung, die gelegentlich mit Haferflocken,
Heu und Stroh erweitert wird. Als Naßfutter dient frisches
Grünzeug wie beispielsweise verschiede Süßgräser und Beifuß
(Artemisia spec.) sowie frisches Obst und Gemüse,
wie Apfel und Möhre. Ferner wird frisches Laub gereicht.
Man sollte bei der Fütterung auf zuckerarme Kost achten,
da eine mögliche Unverträglichkeit besteht.
Fortpflanzung:
In der Zeit von April bis Oktober (in seltenen Fällen auch im Winter)
sind die Tiere zur Fortpflanzung bereit. Nach einer Tragezeit von ca.
20 Tagen werden 3-7 Jungtiere geboren, die geringfügig mehr als 1g
wiegen. Die Weibchen haben 8 Zitzen und tragen bis zu 5 Würfen im
Jahr aus. Nach 4 -6 Wochen sind die Jungtiere bereits geschlechtsreif
(Hayssen und van Tienhoven 1993). Die Jungen entwickeln sich sehr
schnell und nehmen bereits nach 10 - 13 Tagen feste Nahrung zu
sich. Der Östrus-Zyklus beträgt 7 Tage, d.h. das Weibchen ist
alle 7 Tage brünstig.
Besonderheiten:
Die Population dieser Art schwankt beträchtlich. In manchen
Jahren wächst sie dramatisch an und beginnt eine Massenmigration (Wanderung).
SHUBIN bezeichnet diese Art als sehr häufig und berichtete
im Steppengebiet von Kasachstan von 30 bis 50 Tiere pro
Hektar (Shubin 1972). Der Graue Steppenlemming wird als
ernstzunehmender Überträger der Pest betrachtet, weil er im
Kontakt mit Weideland und der Ernte im Verbreitungsgebiet steht.
Schriftum:
Nowak, R.M. (1999): Walkers Mammals of the World, 6th
Edition, The John Hopkins University Press. Baltimore & London
GRZIMEK,B. (1998): Grzimeks Enzyklopädie Säugetiere Band 5; Kindler Verlag München
www.smallandfurries.co.uk/articles/lemmings/lemmings.htm
Autor: Kathleen Krusemark, Schulzoo-Leipzig
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