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Shaw`s Rennmaus (Meriones shawi Illiger, 1811)


Systematik:

Ordnung: Nagetiere, Rodentia
Familie: Wühler, Cricetidae
Überfamilie: Rennmäuse, Gerbillinae
Gattung: Sandrennmäuse, Sandratten, Meriones
Art: Shaw´s Rennmaus, Meriones shawi
Unterarten: Meriones shawi grandis
Meriones shawi isis
Meriones shawi shawi

Beschreibung:

Die Shaw´s Rennmaus hat je nach Unterart eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 14 cm. Ihre Schwanzlänge liegt unter der KR-Länge. Ihr Fell ist bräunlich gelb bis sandfarben, ihr Bauch ist weiß mit schwachen gelben Stellen. Besonders kennzeichnend für die Art sind die auffällig hervorstehenden Augenhöhlen. Die Ohren sind ebenfalls vorstehend und mit kurzen Haaren überzogen. Die Merkmale sind Anpassungen an den deckungsarmen Wüstenlebensraum und dient vor allem der Erkennung von Beutegreifern wie Marder- und Hundeartigen sowie von Greifvögeln. Die Fußsohlen dieser Rennmausart sind rosa mit Ausnahme der dunkler pigmentierten Seiten, die Krallen sind ebenfalls hell. Die Fußsohlen sind teilweise behaart. Shaw`s Rennmäuse variieren je nach Herkunftsgebiet stark im Aussehen. So hat Meriones shawi shawi, die vor allem in Ägypten zu finden ist, ein eher sandfarbenes Fell und einen spitzeren Kopf mit hellen Ringen um die Augen. Währendessen hat Meriones shawi grandis, die ihre Verbreitung im Atlasgebirge Marokkos hat, ein dunkleres Fell und einen kantigeren Schädel. Auch ist diese Form größer und schwerer als ihre Schwesternform aus Marokko.

Ägyptische Shaw`s Rennmaus (Meriones shawi isis), Wildfangpaar aus Ägypten im Schulzoo Leipzig

Verbreitung:

Das Verbreitungsgebiet von shawi erstreckt sich über einen großen Teil von Nordafrika und reicht von Marokko bis in den Nord-Sinai. Es werden ganz unterschiedliche Lebensräume von shawi besiedelt, in Marokko umfaßt das Habitat die felsigen Ödlandflächen des Atlasgebirges, in Ägypten ist sie in den Randwüsten bis zur Küste zu finden.

Lebensweise:

Als Kulturfolger findet man sie auch in der Nähe von menschlichen Ansiedlungen. Ihre Baue legt sie auf Feldern, die überwachsen mit Disteln sind, an felsigen Hängen oder an Küstendünen an. Die Baue haben gewöhnlich zahlreiche Öffnungen, die nicht verschlossen werden. Die wechselaktive Art lebt in lockeren Kolonien, in der jedes Tier seinen Bau bewohnt bzw. Mutter-Kind-Verbände die Hauptform ihres Zusammenlebens bilden.

Ernährung

Die Ernährung dieser Rennmausart ist relativ unkompliziert und ähnelt der einer Mongolischen Wüstenrennmaus (Meriones unguiculatus). Im Schulzoo-Leipzig bekommen die Tiere als Grundfutter eine fettarme Waldvogelfuttermischung, gelegentlich Haferflocken oder andere Sämereien. Ergänzend wird Heu und frische Äste (Pappel, Weide, Ahorn) verfüttert. Als Naßfutter wird vor allem Apfel und Möhre gereicht, aber auch Gras und verschieden wilde Kräuter, wie Beifuß gegeben. Man sollte das Futterangebot auch um einige Proteine ergänzen. Dazu eignen sich besonders Mehlwürmer und Trockenfutter für Katzen.

Fortpflanzung

Da besonders weibliche Shaw´s Rennmäuse sehr territorial sind, ist die Zucht dieser Tierart nicht einfach, wie bei sozialeren Arten. Die Weibchen sind sehr dominant und können die Männchen unmittelbar nach der Geburt der Jungtiere angreifen. Demnach kann man ein solch aggressives Weibchen nur während der Brunst versuchen zu einem Männchen zusetzen. Nach einer Tragezeit von 24-26 Tagen werden 2 bis 6 nesthockende Jungtiere (meistens 3-4) geboren. Die Jungen entwickeln sich sehr schnell und öffnen bereits mit etwa 15 Tagen das erste Mal die Augen, erkunden kurz darauf ihre Umgebung und beginnen feste Nahrung aufzunehmen. Nach vier Woche sind die Jungtiere selbständig und nach 3 bis 4 Monaten geschlechtsreif. Die Shaw´s Rennmaus hat in Gefangenschaft eine Lebenserwartung von bis zu 7 Jahren.

Besonderheiten

Gegenüber Menschen können die Tiere bei häufiger Beschäftigung sehr zahm werden und eigenen sich daher gut als Haustiere. Es ist ratsam die Tiere nur paarweise zu halten, weil größere Sozialgruppen in Gefangenschaft sehr instabil sein können und sich so Auseinandersetzungen reduzieren lassen. Die Haltung von zwei männlichen Tieren ist auch eine gute und konfliktfreie Kombination für die Heimtierhaltung. Setzt man jedoch ein Weibchen in den Käfig sind Kämpfe zu erwartende Folgen.

Schriftum:

GRZIMEK, B. (1998: Grzimek Enzyklopädie Säugetiere Band 5; Kindler Verlag München)
NOWAK, R.M. (1999: Walker`s Mammals of the World. Sixth Edition. The John Hopkins University; Press Baltimore & London)
Internet: www.ig-rennmaeuse.de

Autor: Kathleen Krusemark, Schulzoo-Leipzig


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