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Fette Sandratte (Psammomys obesus, Cretzschmar 1828)
Systematik:
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseartige (Myomorpha)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Rennmäuse (Gerbillinae)
Gattung: Sandratten (Psammomys)
Arten: Fette Sandratte (Psammomys obesus)
Beschreibung:
Sie ähneln großwüchsigen Sandratten (Meriones). Die wesentlichen Unterschiede
zu Meriones sind die oberen, glatt und ungerillten Schneidezähne.
Die Fellfärbung variiert je nach Herkunft zwischen von braungrau, rotbraun
bis sandfarben, die Körperunterseite ist gelblich-weiß. Der Schwanz ist
vollständig behaart und geht am Ende in eine schwach ausgebildete, schwarze
Schwanzquaste über. Die Tiere erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 8,5-13cm,
die Schwanzlänge beträgt 5-11cm. Das Gewicht schwankt zwischen 100-220g.
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Fette Sandratte (Psammomys obesus) im Schulzoo Leipzig
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Verbreitung:
Psammomys sind an salzhaltige Lebensräume angepasst, so dass die
zwei Arten keineswegs gleichmäßig in Nordafrika verbreitet sind. Die Art
Psammomys vexillaris kommt in Tunesien und Algerien vor.
Weiter östlich schließt sich Psammomys obesus an:
Diese Art besiedelt Ägypten, Palästina und Saudi-Arabien.
Das Habitat umfasst trockene Randwüsten und Wüsten, vor allem
Salzsteppen und -wüsten.
Lebensweise:
Sandratten sind tagaktiv und leben in Kolonien. Das Sozialverhalten von Psammomys
ist bislang nur in geringem Maße erforscht. Sie siedeln sich auf salzhaltigen
Wüstenböden an, in denen komplexe Baue mit mehreren Eingängen und Nesträumen
angelegt werden.
Unterkunft:
Die ungewöhnliche Ernährung erschwert die Haltung und Zucht von Psammomys.
Das Mindestmaß für ein Terrarium für zwei Tiere sollte 120 x 60 x 60 cm nicht
unterschreiten. Als Einstreu kann man ihnen, wie vielen anderen Rennmäusen,
Hobelspäne oder Sand bieten. Sandratten sollte die Möglichkeit eines Sandbades
gegeben werden, dies ist bei Hobelspänen als Einstreu zu beachten. Als Einrichtung
eignen sich Steine, Wurzeln oder Äste. Letztere werden jedoch, aus eigener
Beobachtung im Schulzoo, binnen kürzester Zeit von allen Tieren mit
großem Einsatz in kleine Stücke zernagt und häufig als Nistmaterial genutzt.
Um eine ordentliche Beleuchtung zu gewährleisten, sollten Lichtquellen in Form
von Tageslicht-Neonröhren sowie Wärmestrahlern über einem Stein angebracht werden.
Ernährung:
In freier Natur ernähren sie sich vor allem von fleischigen Blättern
und Stängeln auf salzhaltigen Böden wachsender Pflanzen. Gänsefußgewächse
(Chenopodiaceae) werden dabei bevorzugt. Nur aufgrund extrem starker
Nierenaktivität schadet der Salzgehalt der Pflanzen ihnen nicht. Jedoch ist
nicht geklärt, ob Sandratten den hohen Salzanteil zum Überleben benötigen
oder ihn lediglich tolerieren.
In Gefangenschaft stellt die Ernährung das größte Problem der Haltung dar.
Psammomys neigt sehr stark zu Diabetes, wenn sie mit dem Futter
zuviel Zucker aufnehmen. Aus diesem Grund darf keinesfalls Obst oder
zuckerhaltige Nahrung verfüttert werden. Als geeignete Diät kommt
Chinakohl, Zucchini, Gurke und Eisbergsalat zur Auswahl.
Im Schulzoo erhalten sie außerdem täglich Möhre, was von den Tieren
auch gern angenommen wird und ebenfalls nicht zur Diabetes geführt hat.
Als Ergänzung sollte der Speiseplan Chinchillapellets, Heu und wie
bereits angesprochen frische Äste enthalten.
Grundsätzlich sinnvoll ist die Nachahmung des Salzgehaltes ihrer
natürlichen Nahrung. Dazu kann man beispielsweise in das angebotene
Trinkwasser eine zeitlang einen Salzleckstein für Nager legen oder
direkt Speisesalz im Wasser lösen. Alternativ kann auf das angebotene
Gemüse etwas Speisesalz gegeben werden.
Fortpflanzung:
Die Zucht von Sandratten gelingt nur sehr selten. Nach einer Tragezeit von
25 Tagen werden 1-8 (meist 2-5) nesthockende Jungtiere geboren. Die
Jungen sind mit reichlich 3-4 Wochen entwöhnt, ihre Geschlechtsreife
erreichen die Weibchen im Alter von ca. 3 - 3,5 Monaten. Die
Lebenserwartung in Menschenobhut liegt bei 4-5 Jahren.
Schriftum:
Nowak, R.M. (1999): Walkers Mammals of the World, 6th Edition,
The John Hopkins University Press. Baltimore & London
GRZIMEK,B. (1998): Grzimeks Enzyklopädie Säugetiere Band 5; Kindler Verlag München
EHRLICH, CH.(2003): Kleinsäuger im Terrarium (Biologie, Haltung, Zucht) Natur und Tier- Verlag GmbH
Autor: Christiane Krause, Schulzoo-Leipzig
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