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Meine Erfahrungen bei der Haltung der Persischen Rennmaus als Haustier
(Meriones persicus, Blanford 1875)
Im Schulzoo wird diese Art schon
seit dem 02.IV.1997 gehalten. Das erste Paar erhielten wir aus
Privathand. Der erste Wurf dieses Paares wurde am 25.VII.1997 mit
5,0 Jungen geboren, welche alle aufwuchsen. Bis 1999 hatte dieses
Paar jährlich Jungtiere, leider war über die Hälfte der Jungen
männlich, so daß sie bei der Weiterzucht des Paares störten
und abgesetzt werden mußten. Da von anderen Privathaltern kein
Interesse an Männchengruppen bestand übernahm ich 2000 zwei
Persische Rennmäuse. Von uns Schulzoomitgliedern gab es bereits
einige Beiträge über die Biologie der Persischen Rennmaus, aber
weil noch keiner auf die Erfahrungen bei der Haltung als Haustier
eingegangen ist, möchte ich das im Folgenden mit meinen persönlichen
Erfahrungen beschreiben.
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| Persischen Rennmaus, (Meriones persicus),
1999 im Schulzoo Leipzig, Christian Kern |
Die Perser kommen in Freiheit auf
kargen Geröllhalden und steinigen Wüsten von der Türkei bis
Pakistan vor. Das bedeutet, daß diese Art, anders als die
anderen Sandrattenarten, gerne klettert und das Gehege
entsprechend eingerichtet sein sollte. Ich benutzte dazu große
Steine, dickere Äste und eine Wurzel, die in einem ca. 100cm
langen und 50 cm breiten und ebenso hohen Terrarium
einsturzsicher aufgebaut wurden. Als Einstreu nahm ich normale
Hobelspäne in einer 5 cm hohen Schicht, da Rennmäuse zur
Familie der Wühler (Cricetiden) gehören und gern
graben. Alle Gegenstände wurden zum Klettern benutzt, unter der
Wurzel bauten die Rennmäuse ihr Nest aus Heu und Kreppapier.
Beide Tiere benutzten ein gemeinsames Schlafnest, in welches man
nicht unbedingt hineinfassen sollte, wenn man kein Blut sehen
kann. Persische Rennmäuse besitzen für uns einen kaum
wahrnehmbaren Körpergeruch. Zur Aktivität dieser Rennmaus muß
gesagt sein, daß ihre Hauptaktivität in der Nacht liegt und ich
mich mit den Tieren nur am Abend beschäftigen konnte. Dennoch
konnte ich auch beobachten, daß beide Tiere am Vormittag für
kurze Zeit aktiv waren, ebenso am Nachmittag, wenn ich die Tiere
fütterte. Vor dem Füttern nahm ich die Tiere einzeln, zu zweit
wäre bei den agilen und sprunggewandten Tieren zu riskant
gewesen, aus ihrem Käfig und ließ sie auf meinen Schultern
laufen. Später, als die Tiere die Prozedur gut kannten, ließ
ich sie auch auf meinem Bett laufen. Wenn man sie allerdings zu
lange auf dem Bett läßt, passiert es, das sie darauf machten.
Beide Tiere wurden im Laufe der Zeit recht vertraut, auf einen
Namen hörten sie aber nicht. Nach dem "Training"
setzte ich die Beiden zurück und fütterte sie anschließend. In
Freiheit fressen Perser vor allem Sämereien, Gräser und Wurzeln
sowie gelegentlich einige Insekten. Diese Futteransprüche
sollten sie auch in Gefangenschaft wiederfinden. Ich gab täglich
zur selben Zeit gegen 17.00 Uhr etwas Apfel, Möhre und
Waldvogelfutter mit Haferflocken gemischt. Zweimal im Monat
reichte ich auch Hundetrockenfutter und hartes Brot zur Abnutzung
der ständig nachwachsenden Schneidezähne. Ich beobachtete das
die Perser das Futter nicht sofort gefressen haben, sondern es in
ihren Backentasche sammelten und in ihr Schlafnest schafften. So
entschloß ich mich, das Körnerfutter nur noch aller zwei Tage
zu füttern, da ich beim monatlichen Reinigen des Käfigs viel übriggebliebene
Körner fand. Im Sommer fütterte ich auch Löwenzahn mit Blüten
und Wurzel. Das beschäftigte die Tiere eine Zeit lang und war
gesundes und kostenloses Futter.
Abschließend möchte ich
bemerken, das die Persische Rennmaus zwar nicht im gleichen Maße
wie die verwandte Mongolen-Rennmaus domestiziert ist, sich aber
bei entsprechend artgerechter Haltung gut, vor allem zum
Beobachten, als Haustier eignet.
Autor: David Ruhaas, Schulzoo-Leipzig
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