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Wildtieren Richtig Helfen - Igel im Winter


Jedes Jahr Ende Oktober/ Anfang November, wenn es kälter wird, beginnen die Igel sich auf den Winterschlaf vorzubereiten; sie fressen sich ein Fettdepot an, suchen nach einem geeigneten Unterschlupf und sammeln Material für den Nestbau, das sie vorerst auf einem großen Haufen zusammentragen. Hin und wieder kommt es vor, daß einige Igel nicht in den Winterschlaf fallen, weil sie das nötige Mindestgewicht von etwa 500 g nicht erreicht haben, und verenden.

Trotzdem sollte man diese schwachen oder gar kranken Tiere nicht mit nach Hause nehmen und aufpäppeln, um sie im kommenden Frühjahr wieder freizulassen, da diese Tiere aufgrund der Bekämpfung von Endo- und Ektoparasiten durch das Waschen mit Spezialshampoos und Impfungen und der langen Haltung in einem relativ sterilen Umfeld nicht auf die große Anzahl von Parasiten, von denen sie in ihrer natürlichen Umgebung befallen werden, vorbereitet sind und häufig innerhalb der ersten Wochen in freier Natur eingehen.

Besser ist es den überlebensfähigen, gesunden Tieren über den Winter zu helfen, da diese zunehmend durch die fehlenden Winterquartiere bedroht sind.

Zum Beispiel ist es sehr hilfreich, im eigenen Garten oder auf anderweitig zu pflegenden Grundstücken und Grünanlagen eine "überlegte Unordnung" zu schaffen. So kann Herbstlaub in einer Ecke hinterlassen werden, das der Igel zum Nestbau verwendet, Heckenschnitt sollte nicht verbrannt, sondern angehäuft werden, so daß der Igel einen geschützten Unterschlupf findet. Es können auch vorgefertigte oder mit einfachen Mitteln, wie Ziegelsteinen und Holzbrettern, selbstgebaute Igel-Nestplätze bereitgestellt werden.

Um den Igeln nicht nur während des Winters zu helfen, könnte man auch auf folgende Gefahrenquellen acht geben:

  1. Schädlingsbekämpfung sollte nicht mit chemischen, sondern biologischen Substanzen erfolgen, da der Igel die vergifteten Schnecken, Raupen und Würmer frißt und sich das Gift bis hin zur tödlichen Dosis in seinem Körper anreichert.
  2. Weiterhin ertrinken sehr viele Igel in Swimmingpools, Teichen und anderen Gewässern, die ausschließlich von steilen und glatten Wänden begrenzt sind. Ist am Rand jedoch ein Brettchen oder ähnliches befestigt, können sich Igel und auch andere Kleintiere aus eigener Kraft befreien.
  3. Auch Kompost- und Laubhaufen sind Igeln, die sich diese als Schlafquartier ausgewählt haben, schon zum Verhängnis geworden. Untersuchen Sie den Kompost bevor sie ihn Umsetzen und das Laub sollte ab Herbst im igelfreundlichen Garten sowieso nicht mehr verbrannt werden.

Wenn Sie auf solch kleine Dinge achten, können Sie vielleicht auch einmal beobachten, wie eine Igelfamilie ihre Jungen ganz in Ihrer Nähe aufzieht.

Fußspur eines Igels

Autor: Christiane Krause, Schulzoo-Leipzig


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