 |
1 |
Kurzschwanz-Hamsterratte (Saccostomys campestris, Short-tailed Pouched Rat
Peters, 1846)
Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Mäuse (Muridae)
Unterfamilie: Hamsterratten (Cricetomyinae) mit 3 Gattungen
Gattungen: Kleine Hamsterratten (Beamys) mit 1 Art
Riesenhamsterratten (Cricetomys) mit 2 Arten
Kurzschwanz-Hamsterratte (Saccostomus) mit 2 Arten
Art: Kurzschwanzhamsterratte (Saccostomus campestris)
Beschreibung
Die Kurzschwanzhamsterratte hat eine Kopf- Rumpflänge
von etwa 100 bis 120 Millimeter, der Schwanz ist etwa
30 bis 50 Millimeter (Künkel 1998). Der Schwanz ist
kurz und leicht behaart. Die Tiere besitzen große
Backentaschen, einen stämmigen Körperbau und einen
breiten Schädel. Das Fell ist seidig, dicht und
lang. Die Rückenpartien sind grau gefärbt, der
Bauch ist weiß.
Hamsterratten haben nur sehr kleine Augen, da sie
überwiegend unterirdisch leben.
Verbreitung
Kurzschwanzhamsterratten leben in Savannen, in offenen Wäldern,
bestellten Feldern und im Kulturland des südlichen Afrikas. Sie
leben in Buschgegenden und oft in der Nähe von Wasserstellen.
Jedoch können die Tiere in Trockenzeiten auch ohne Wasser
auskommen. Sie sind in Angola, Sambia, Malawi, Mosambik,
Zimbabwe, Botswana und Südafrika verbreitet.
Lebensweise
Kurzschwanzhamsterraten sind Einzelgänger. Die
Tiere sind bodenlebend und bauen sich Höhlen, benutzen
aber gelegentlich auch die Höhlen anderer Tiere. Jedes
der Tiere benutzt eine Höhle für sich allein, errichtet
seinen Bau jedoch in Sichtweite von anderen. Die Baue
haben zwei Eingänge, die im hohen Gras versteckt sind
und eine Schlaf- und Vorratskammer. Als Eingänge
verwenden sie Bohrungen anderer Tiere. Sie können
nur schlecht klettern und wirken häufig langsam und
tolpatschig. Jedoch können sie in einem schnellen
Tempo laufen und benutzen Gänge im hohen Gras.
Kurzschwanzhamsterraten sind nachtaktive Tiere.
In den südlichen Teilen Afrikas sammeln sie während
der Sommermonate Futter, um im Winter davon zehren
zu können. Die Nahrung transportieren sie in ihren
Backentaschen von den Feldern in ihre Vorratskammern.
Ernährung
Das Futter der Hamsterraten besteht aus Sämereien, Beeren, Körnern und
gelegentlich Insekten, wie beispielsweise Termiten.
Fortpflanzung
Kurzschwanzhamsterratten können sich das ganze Jahr über
fortpflanzen. Nach einer Tragezeit von etwa 20 Tagen
bringt das Weibchen 5 bis 10 Jungtiere auf die Welt.
Die weiblichen Ratten haben 10 bis 12 Zitzen. Die
Jungtiere werden unbehaart geboren und entwickeln in
den ersten zwei Tagen ein graues Haarkleid. Nach dem
dritten Tag können die Jungtiere ihr Nest verlassen.
Besonderheiten
Einige Tage nach dem das Weibchen geworfen hat verhält
sie sich sehr aggressiv gegenüber dem Männchen.
Häufig folgen Kämpfe, die bis zum Tod des männlichen
Tieres führen können. Tritt dieses aggressive Verhalten
bei der Heimtierhaltung auf, sollte man die Tiere sofort
voneinander trennen.
Schrifttum:
GRZIMEK,B. (1998): Grzimeks Enzyklopädie Säugetiere Band 5; Kindler Verlag München
NOWAK,R.M. (1 99i>: Walkers Mammals of the World. Fifth Edition. Th. Johns Hopkins University Press. Baltimore & London
www.ig-rennmaeuse.de
www.schulzoo.de/bag/hefte/h_2_1998_09.htm
Autor: Kathleen Krusemark
 |
1 |
|