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Kammfinger oder Gewöhnlicher
Gundi (Ctenodactylus gundi, Gray 1828)
Systematik:
Ordnung: Nagetiere, Rodentia
Familie: Kammfinger, Ctenodactylidae
Gattung: Eigentlicher Gundi, Ctenodactylus
Art: Gewöhnlicher Gundi, Ctenodactylus gundi
Beschreibung:
plumper Körperbau, kleine, runde Ohren, große Augen, Kopf-Rumpf-Länge (KRL)
16,0-20,8cm, Schwanzlänge (SL) 1,0-2,5cm, Gewicht durchschnittlich 290g, Fell
oberseits beige-braun, das Bauchfell ist nicht scharf abgegrenzt, aber insgesamt
heller, kammartig-borstige Haare an den Hinterfüßen (Familienname !), diese
dienen der Fellpflege
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| Gewöhnlicher Gundi, (Ctenodactylus
gundi), 2000 im Schulzoo-Leipzig, Christian Kern |
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| Gewöhnlicher Gundi, (Ctenodactylus
gundi), 2000 im Schulzoo-Leipzig, Christian Kern |
Verbreitung:
Marokko bis nordwestliches Lybien, bevorzugt werden karge und felsige Randwüstengebiete
bis 2300 m Höhe
Lebensweise:
Gundis sind sehr sozial, sie leben in Familienverbänden und zeigen keinerlei
territoriales Verhalten, pro Hektar wurden in freier Wildbahn 10-20 Tiere beobachtet,
Gundis legen keine Baue oder Nester an, Verstecke bilden Ritzen und Spalten
in den Felswänden, trotz des plumpen Körperbaus sind diese Tiere sehr flink,
spring- und klettergewand und können sich durch erstaunlich enge Spalten zwängen,
Gundis sonnen sich mehrere Stunden am Tag, bei Gefahr trommeln sie mit den Hinterbeinen,
außerdem verständigen sie sich durch verschieden geartete Pfiffe
Unterkunft:
Glas- oder Gitterkäfig mit verschiedenen Kletter- und Versteckmöglichkeiten,
Gittergröße nicht zu groß wählen! Adulte Tiere wurden beobachtet, wie sie sich
durch Öffnungen von 2,5cm Höhe zwängten, außerdem sollte an mögliche Jungtiere
gedacht werden, als Einstreu bewährten sich bei bisherigen Haltern Altromin
und Hobelspäne, auch Sand ist möglich, nimmt aber die Feuchtigkeit weniger gut
auf, zur Fellpflege sollte den Gundis das Sandbaden ermöglicht werden, zur Simulation
des Sonnenbadens eignen sich Spotstrahler oder andere Warmleuchten
Ernährung:
von trockenem Brot über Haferflocken, Nüsse, Kleintierfertigfuttermischungen
bis hin zu Sämereien scheinen die Tiere nach Haltungserfahrungen alles an zunehmen.
In Anbetracht der kärglichen Nahrung im Freiland, sollte auch in Gefangenschaft
nährstoffarmes und rohfaserreiches Futter gewählt werden. Naßfutter sollte vorsichtig
getestet werden, da es augenscheinlich individuelle Unterschiede in der Verträglichkeit
gibt, v. a. Jungtiere sind anfällig, Möglichkeiten bieten verschiedenste Obst-
und Gemüsesorten und Gräser, Heu und frische Zweige (Weide!) werden gern genommen,
Wasser muß bei täglicher Feuchtfuttergabe nicht gereicht werden.
In freier Natur ernähren sich Gundis von Steppenraute, Kapernsträuchern, Akazien,
Gräsern und Samen.
Fortpflanzung:
Geschlechtsreife mit 9-12 Monaten, bei nur 1-2 Wurf pro Jahr
ist das Halten eines stabilen Bestandes recht schwierig.
Anoestrus: September-Januar, Zyklus: vier Wochen, Tragezeit: 56 Tage, Wurfgröße:
1-3 Junge, Jungtiere sind Nestflüchter, sie werden häufig gesäugt und entwickeln
sich rasch, das Geburtsgewicht liegt bei ca. 20g, nach eineinhalb Wochen nehmen
sie neben der Muttermilch auch feste Nahrung auf, vermutlich werden sie von
den Weibchen auch mit vorgekauter Kost versorgt.
Bemerkungen: Alle Gundis, welche derzeit in Tiergärten und Privathaltungen zu
finden sind, stammen aus zwei Importen von 1995 aus Tunesien. Der aufmerksame
Zoobesucher kann Gundis im Aquazoo Düsseldorf, in der Stuttgarter Wilhelma,
im Tierpark Berlin sowie im Leipziger Schulzoo beobachten.
Schriftum:
- Nowak, R.M (1999): Walker´s Mammals of the World.
6th edition, Baltimore and London
- Gutleber, A. (1998): Haltungserfahrungen mit
Gundis (Ctenodacytlus gundis). Mitteilungsheft BAG Kleinsäuger 2/98,
11-14
- Honigs, S. (2000): Die Haltung des Gewöhnlichen
Gundis (Ctenodacytlus gundis) im Aquazoo Düsseldorf. Mitteilungsheft
BAG Kleinsäuger 2/00, 16-18
Autor: Carolin Schreiber, Schulzoo-Leipzig
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