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Die Gattung der Grasmäuse
(Lemniscomys Trouessart, 1881)


Systematik:

Ordnung: Nagetiere, Rodentia
Unterordnung: Mäuseverwandte, Myomorpha
Überfamilie: Mäuseartige, Muroidea
Familie: Langschwanzmäuse, Muridae
Gattung: Grasmäuse, Lemniscomys
Art: L. barbarus
L. griselda
L. striatus
L. linulus
L. rosalia
L. roseveari
L. miltendorfi
L. macculus
L. bellieri
L. hoogstraali

Beschreibung:

Das auffälligste Merkmal der Grasmaus sind die dunklen Längsstreifen des Fells, die sich mit hellen Streifen abwechseln oder in Tüpfel übergehen.
Dabei unterscheidet man drei verschiedene Fellzeichnungen. Bei L. rosalia gibt es nur einen dunkelbraunen Streifen, welcher längs der Wirbelsäule, bei einigen Tieren auch noch zwischen Augen und auf dem Schwanz, verläuft. L. striatus, L.macculus und L. bellieri haben einen ebenfalls mittig verlaufenden dunklen Längsstreifen, diese Arten weisen jedoch an beiden Seiten entlang des Mittelstreifens fünf oder sechs weitere Längsstreifen auf, welche durch helle Punkte von der Schulter bis zum Rumpf in sehr geringen Abständen unterbrochen werden. Bei manchen Tieren sind die Punkte klar erkennbar, bei anderen neigen sie dazu, ineinander überzugehen. L. barbarus besitzt auf jeder Seite des dunklen Mittelstreifens parallele helle Streifen.
Generell kann man die Fellfarbe der Grasmaus von einem lehmgrau bis dunkelbraun bezeichnen. Die Streifen und Tüpfel sind blass gelb-bräunlich bis ins dunkle Grau. Die Unterseite ist meist weiß bzw. grau. Der Schwanz hat häufig die Farbe des Mittelstreifens.
Die Tiere haben eine Körperlänge von 8,3 - 14 cm und eine Schwanzlänge von etwa 7,5 - 16 cm. Ihr Gewicht schwankt zwischen 18 - 68g. Ihre Schwänze und ihre Fußsohlen sind unbehaart.

Westafrikanische Vielstreifengrasmaus (L. barbarus zebra), Jungtiere im Schulzoo Leipzig
Tüpfelstreifengrasmaus (Lemniscomys striatus ssp.) im Schulzoo Leipzig

Verbreitung:

Streifengrasmäuse sind sehr weit verbreitete Tiere. Sie kommen im Norden Afrikas, d.h. im besonderen von Marokko bis Tunesien, in Ägypten und von Senegal bis zum Sudan vor. Dort leben sie in Savannen, also in sehr trockenen und warmen Gebieten, im Grasland, in lichten Wäldern und an Flüssen. Das ist jedoch artenabhängig.
L. barbarus, Marokko bis Tunesien, Senegal bis Sudan und Tansania L. griselda, Angola L. striatus, Sierra Leone bis Äthopien, Nord- und Südgebiete von Angola bis Malawi L. linulus, Senegal bis zur Elfenbeinküste L. rosalia, Kenia bis Südost Afrika L. roseveari, Gambia L. miltendorfi, Kamerun L. macculus, Nord und Ost Zaire, Süden Sudans, Uganda, Kenia L. bellieri, Elfenbeinküste L. hoogstraal, Zentralsudan

Lebensweise:

Streifengrasmäuse leben in großen Kolonien, da das Leben in Gruppen im Allgemeinen einen besseren Schutz vor Freßfeinden darstellt. Zur Aktivität der Tiere gibt es verschieden Angaben. Diese reichen vom Zwei-Stunden-Rhythmus über Tagaktivität, bis hin zu Studien, die belegen, dass L. striatus und L. barbarus auch Nachtaktivitäten aufwiesen.
Streifengrasmäuse sind Bodenbewohner und bauen Nester und Höhlensysteme aus Gras, Heu oder sonstigem weichen Nistmaterial.

Unterkunft:

Bei der Haltung in Gefangenschaft sollte primär auf die geographischen und klimatischen Bedingungen der ursprünglichen Lebensräume geachtet werden, so auch bei den Grasmäusen. Nach Beobachtungen, auch im Schulzoo, benötigen sie eine Temperatur von 20 - 23°C und ein Terrarium mit einer Grundfläche von 30 - 40 cm x 60 - 80 cm und einer Höhe von 40 - 50 cm. Das Terrarium muss gut belüftet sein, als Einstreu sollten möglichst Sand, Torf, Mulch oder Späne genutzt werden und zum Nestbau muß den Tieren Heu, Holzwolle oder Stroh angeboten werden. Klettermöglichkeiten sind nicht unbedingt erforderlich, da sie, wie oben erwähnt, Bodenbewohner sind, werden jedoch als Aussichtspunkte auch angenommen.

Ernährung

Die Hauptnahrung der Grasmäuse besteht, wie bei den meisten anderen Nagetieren, aus Sämereien und Gras. Auch jegliche Feldfrüchte werden gern genommen. Sie brauchen jedoch auch tierische Kost wie Insekten oder andere Wirbellose.
Im Schulzoo erhalten die Tiere Obst und Gemüse in Form von Apfel und Möhre. Gras wird ebenfalls gereicht, wobei wir beobachten konnten, das vor allem wildwachsende Kräuter, wie wilde Möhre o.ä. sehr gern gefressen wird.

Fortpflanzung

Für eine bestmögliche Fortpflanzungsrate ist eine Gruppenzusammensetzung von 1,2 bis 1,3 Tieren von Vorteil. Die Dauer des Brunstzyklus beträgt 3 - 5 Tage. Nach einer Tragezeit von 21 Tagen bringen die Weibchen etwa 4 - 5 Nesthocker zur Welt. Die Jungtiere haben ein Geburtsgewicht von 2 - 3 g und öffnen nach ca. 6 - 8 Tagen die Augen. Entwöhnt sind sie dann mit ungefähr 3 - 4 Wochen. Als erwachsen gelten sie letztlich ab dem sechsten Monat.
In Menschenobhut haben Lemniscomys eine Lebensdauer von 2 - 4 Jahren.
Die älteste In Gefangenschaft lebende L. striatus wurde 4 Jahre und 10 Monate.

Anmerkung

Derzeit hält der Schulzoo drei Arten von Lemniscomys:
Algerische Vielstreifengrasmaus (Lemniscomys barbarus barbarus)
Westafrikansiche Vielstreifengrasmaus (Lemniscomys barbarus zebra) mit Ursprung Togo
Tüpfelstreifengrasmaus (Lemniscomys striatus ssp.) mit Ursprung Kenia

Schriftum:

GRZIMEK, B. (1998: Grzimek Enzyklopädie Säugetiere Band 5; Kindler Verlag München)
NOWAK, R.M. (1999: Walker`s Mammals of the World. Sixth Edition. The John Hopkins University; Press Baltimore & London)

Autor: Christiane Krause, Schulzoo-Leipzig


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