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Namaqa-Felsenmaus (Aethomys namaquensis, Thomas 1915)
Aussehen und Körperbau:
Die Namaqa-Felsenmaus hat
eine Kopf-Rumpf-Länge von 8 bis 10 cm. Der dünn behaarte Schwanz ist
etwa genauso lang. Die Tiere wirken rattenartig, ihr Fell ist graubraun, auf
der
Bauchseite grauweiß.
Systematik:
Aethomys wurde früher
als Untergattung von Rattus (der Gattung, zu der auch die einheimischen Wanderratten
und Hausratten gehören) angesehen, bis sie Misonne 1969 (nach Nowak, 1999)
als eigenständige Gattung einstufte. Nach Nowak (1999) gibt es zwei Untergattungen
mit insgesamt 11 Arten:
Ordnung: Nagetiere Rodentia
Familie: Echte Mäuse Muridae
Gattung: Aethomys
Untergattung: Aethomys mit neun Arten
Untergattung: Micaelamys mit zwei Arten:
Arten: A. namaquensis und A. granti
Verbreitung und Lebensraum:
A. namaquensis ist von
Angola und Sambia bis Südafrika verbreitet. Hier bewohnen die Tiere trockene
savannenartige Graslandschaften mit offenem Gebüsch, bevorzugt leben sie
in felsigen Gegenden.
Die Tiere, von denen auch die Gruppe des Schulzoos abstammt wurden 1999 in der
Zentral-Karroo in Südafrika gefangen. Im September 1999 gelangten zwei
Tiere, ein Wildfang und ein bereits in Gefangenschaft geborenes Tier in die
Haltung des Schulzoos.
Lebensweise:
Diese hauptsächlich
nachtaktiven Tiere leben in kleinen Familiengruppen zusammen. Eine solche Familiengruppe
hat nach Choate (1972; nach Nowak, 1999) ein Revier von mindestens 100 qm, dessen
Zentrum das Nest bildet, das von der gesamten Gruppe gemeinsam angelegt und
bewohnt wird. Diese Nester sind relativ groß, bestehen aus Gräsern,
Ästchen und Steinchen und werden unter Büschen oder Felsen oder in
Felsspalten angelegt. Manchmal legt A. namaquensis ihr Nest auch in Astgabeln
oder Baumhöhlen bis 2 m Höhe an.
Fortpflanzung:
In Ostafrika und in Gefangenschaft
pflanzen sich die Tiere ganzjährig fort, während in Botswana eine
Fortpflanzungspause in der kühlen trockenen Zeit von Juni bis September
beobachtet werden kann. Nach einer Tragzeit von 21 bis 31 Tagen bringen die
Weibchen zwischen 1 und 5, im Durchschnitt 3 bis 4 Junge zur Welt. Im Schulzoo-Leipzig
wurden bisher in 4 Würfen insgesamt 11 Junge geboren (zweimal 3 Junge,
einmal 4 und einmal 1). Die Jungen saugen sich an den Zitzen der Mutter fest
und werden so drei Wochen lang von der Mutter herumgetragen. Nach 14 Tagen öffnen
die Jungen die Augen. Wahrscheinlich gibt es bei Aethomys einen post partum
östrus, das heißt die Weibchen können gleich nach der Geburt
wieder schwanger werden.
Haltung:
Entsprechend ihrer Lebensweise
hält man die Tiere am besten gruppenweise, wobei es zwischen den Männchen
zu Kämpfen kommen kann (Nowak, 1999). Die Tiere des Schulzoos, derzeit
7 Männchen und 4 Weibchen, lebten dagegen bisher friedlich zusammen, und
die gesamte Gruppe bewohnt, wie auch im Freiland beobachtet, ein gemeinsames
großes Nest. Im Schulzoo halten wir die Tiere in einem Terrarium mit den
Abmessungen 120 x 40 x 50 cm. Angebotene Kletteräste werden gern angenommen.
Fütterung:
In der Natur ernähren
sich Namaqua-Felsenmäuse hauptsächlich von pflanzlicher Nahrung. Auf
ihrem Speiseplan stehen Körner und Grassamen, Wurzeln und Kulturfrüchte.
Die Tiere kommen auch ganzjährig ohne Wasser und Grünfutter aus, unter
solchen Bedingungen wurden sie in der Kalahari beobachtet (Nel, 1975).
Im Schulzoo werden die Tiere mit einer Futtermischung für Waldvögel
ernährt, dazu geben wir verschiedenes Obst und Gemüse, wie Apfel,
Möhre oder Chicoreé.
Literatur:
Nel. J. A. J.; Aspects
of the Social Ethology of Some Kalahari Rodents; Zeitschrift für Tierpsychologie,
37; 1975
Nowak, Ronald M.; Walker`s
Mammals of the World; Johns Hopkins University Press; Baltimore und London;
1999
Schneider, Bruno; Kleinsäuger
aus Südafrika; Mitteilungen der Bundesarbeitsgruppe Kleinsäuger 3/1999
Autor: Eva-Maria Ewald, Schulzoo-Leipzig
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