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Daurischer Ziesel
(Spermophilus dauricus Brandt, 1844)


Systematik:

Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Baum- und Bodenhörnchen (Sciurinae)
Gattung: Ziesel (Spermophilus oder Cittelus)
Art: Daurisches Ziesel (Spermophilus dauricus)

Die Form dauricus wird je nach Autor als Unterart des Gewöhnlichen Ziesel (S. citellus) oder als eigene Art betrachtet.

Aussehen:

Das Daurische Ziesel hat einen kräftigen Körperbau, verhältnismäßig kurze Beine und einen kurzen Stummelschwanz. Die Körpergröße entspricht etwa der eines ausgewachsenen Feldhamstermännchen (Cricetus cricetus). Im Habitus ähneln sich dem Präriehund (Cynomys). Das Körperhaar hat eine einfarbig, gelblichgraue bis bräunlichgraue Farbe. Eine schwache Perlung auf dem Rücken kann vorhanden sein. Die Körperunterseite ist weiß. Das Fell ist kurz und glattanliegend. Der Kopf des Daurischen Ziesels ist durch besonders flache Ohrmuscheln und große, weit auseinander stehende Augen als Anpassungen an die baumlose Steppe gekennzeichnet; ein großes Gesichtsfelde zum schnellen Erkennen von Beutegreifern ist so ermöglicht. Backentaschen sind vorhanden.

Daurischer Ziesel (Spermophilus dauricus), 2003 im Schulzoo-Leipzig, Christian Kern

Verbreitung/Habitat:

Das Verbreitungsgebiet des Daurischen Ziesels erstreckt sich von der östlichen Mongolei und den angrenzenden Gebieten Sibiriens (hinterbaikalische Steppen) bis nach Nordchina. Das Habitat sind trockene Grassteppen.

Lebensweise:

Wie fast alle Zieselarten sind Daurische Ziesel bodenbewohnend, die aber auch gut klettern können. Fast alle Arten der Gattung bewohnen Gebiete mit einem strengen Klima in den Wintermonaten halten einen Winterschlaf und ernähren sich von Fettreserven, nach dem Erwachen werden die gesammelten Futtervorräte gefressen.
Auch in Gefangenschaft kann man beobachten, dass die Tiere, welche bei Zimmertemperaturen überwintert werden, eine Art Winterschlaf mit stark eingeschränkter Aktivität halten. Das bedeutet, dass die Tiere weitestgehend die Tage im Nest verbringen und es nur gelegentlich zur Futtersuche verlassen. Daurische Ziesel sind tagaktiv, graben Gangsysteme und leben in großen Kolonien. Verständigung durch Pfeiflaute, durch welche andere Artgenossen gewarnt werden.

Unterkunft:

Die derzeit 1,2 im Schulzoo lebenden Daurischen Ziesel sind mit einem weiblichen Japanischen Eichhörnchen (Sciurus lis) und mit einem Paar Eurasischen Gleithörnchen (Pteromys volans) vergesellschaftet. Im Gegensatz zu diesen zwei waldbewohnenden Arten halten sich die Daurischen Ziesel fast ausschließlich auf dem Boden in ihren Nestern auf, so daß sich eine friedliche Koexistenz. Die Grundfläche der Voliere beträgt ca. 2m2 und die Höhe ca. 2,5m. Für den Nestbau verwenden die Tiere das ihnen angebotene Heu und Stroh.

Ernährung

In Freiheit ernähren sich Daurische Ziesel überwiegend von Kräutern und Steppengräsern. Wenn erreichbar auch Sämereien, Knollen, Wurzeln, Pilzen und anderer vegetarischer Kost. Ferner werden Insekten und andere Wirbellose, sowie in seltenen Fällen kleine Wirbeltiere und Vogeleier gefressen. Im Schulzoo besteht ihr Grundfutter aus Haferflocken, Heu und Stroh und hartem Obst, wie Apfel oder Möhre; im Sommer wird hauptsächlich Gras gereicht. Außerdem bekommen sie wöchentlich gekochtes Ei, Reis und Schabefleisch sowie frisches Laub und Äste.

Fortpflanzung:

Ziesel bekommen in der Regel nur einen Wurf im Jahr. Die Paarung findet in dem Zeitraum zwischen späten März und späten April/Mai statt. Nach einer Tragezeit von 23 - 31 Tagen kommen 2 - 8 nesthockende Jungtiere mit einem Geburtsgewicht von ca. 5 - 12g zur Welt. Mit 4-6 Wochen sind die Jungen entwöhnt und verlassen kurz darauf das Nest der Mutter. Mit etwa 11 Monaten sind die Tiere geschlechtsreif und ausgewachsen.
Man beobachtete, dass einige Tiere über 6 Jahre lebten und einige Weibchen sogar länger als 11 Jahre.

Besonderheit:

Eine Besonderheit der Ziesel ist der beachtliche Sprachumfang, welcher Trillern, Quietschen, Zirpen und Summen beinhaltet und vor allem eine Alarmfunktion ausübt.
Da Daurische Ziesel in Gefangenschaft nur selten gehalten werden, ist nur wenig über diese Tiere bekannt. So konnte ich genauere Daten zur Lebensweise und Fortpflanzung in der mir zur Verfügung stehenden Literatur nicht finden.

In der Rauchwarenindutrsie wird das Fell der Ziesel als gering eingestuft: der Haaraufbau sei gering, das Leder reiße schnell, so daß es vor allem zum Abfüttern von Kleidungsstücken verwendet wurde.

Schriftum:

Dathe, H. & Schöps, P. (1986): Pelztieratlas, VEB Gustav Fischer Verlag Jena

Autor: Kathleen Krusemark, Schulzoo-Leipzig


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