| Systematik: |
| Ordnung: |
Nagetiere Rodentia |
| Familie: |
Wühler Cricetidae |
Beschreibung:
Die Bilchrennmaus (Sekeetamys calurus) ist ein Nagetier mit einer Körper-Rumpf-Länge
von ca. 10 cm und einer Schwanzlänge zwischen 12 - 15 cm. Das durchschnittliche
Gewicht in Gefangenschaft liegt zwischen 80 - 95g. Wildlebende Tiere wiegen
lediglich 45 - 50g. Der lange und schmale Kopf verfügt an der Schnauze über
sehr lange schwarze oder weiße Schnurr- und Tasthaare. Der zum Schwanzende breiter
werdende Rumpf ist an der Oberseite gelb-braun meliert und weist eine unterschiedliche
Färbung der einzelnen Haarabschnitte von grau am Haaransatz über gelblich braun
bis schwarz an den Haarspitzen auf. Der verhältnismäßig lange Schwanz ist am
Ende stark und buschig behaart und weist neben der schwarzen, weißen Schwanzquaste
einen gelblich braunen Fellbereich auf. Die Bauchseite ist heller gefärbt als
die Oberseite, wie es bei vielen Wühlern zu beobachten ist. Weibliche Bilchrennmäuse
haben 8 Zitzen.
Verbreitung:
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich entlang des Roten Meeres (Ost-Ägypten),
über die Halbinsel Sinai, Süd-Ost-Israel und die gesamte Arabische Halbinsel.
Die Bilchrennmaus lebt in ariden, felsigen Gebieten. Sie legen ihre Baue unter
Steinen oder in Felsspalten an, um gegen die Witterung geschützt zu sein.
Unterkunft:
Die Buschschwanzrennmaus wird im Schulzoo in Terrarien mit ausreichend Versteckmöglichkeiten
durch Wurzeln und Steinen gehalten. Da diese Tiere auch klettern können, sollte
die Einrichtung des Terrariums nicht zu flach sein. Des weiteren ist ein Sandbad
sehr zu empfehlen, da diese Art der Fellpflege das Fell seidig hält. Die minimalen
Platzanforderungen für ein Pärchen Rennmäuse beträgt ungefähr 60 x 40 cm bei
einer Mindesthöhe von 30 cm. Als Einstreu sollten Hobelspäne oder ähnliches
verwendet werden, da die Gehege dadurch hygienisch und leicht zu reinigen sind.
Futter:
Buschschwanzrennmmäuse werden im Schulzoo mit einer Waldvogelfuttermischung
als Trockenfutter versorgt und bekommen des weiteren Saftfutter, wie Apfel,
Chicorreé und Möhre. Des weiteren werden Sonnenblumenkerne, durch den hohen
Fettgehalt jedoch für die an karge, nähstoffarme Nahrung angepasste Art zu nährstoffreich. Auch
Mehlwürmer werden sehr gerne gefressen.
Zucht:
Buschschwanzrennmäuse werden mit ca. 3 - 4 Monaten geschlechtsreif, doch sind
bei derartig jungen Muttertieren die ersten Würfe oftmals Fehlgeburten oder
die Jungtiere werden nicht aufgezogen. Die Tragzeit liegt in etwa bei 3 Wochen
nach denen dann 2 - 7, meistens aber nur 3 - 4, nackte Jungtiere geboren werden.
Bei einer Überpopulation in einer Gruppe kann auch Kannibalismus auftreten.
Buschschwanzrennmäuse können ein Alter von bis zu 5 Jahren erreichen.
Besonderheiten und Verhalten in der Gefangenschaft:
Die Buschschwanzrennmäuse wurde lange Zeit von Zoologen nicht eindeutig zugeordnet,
da sie sowohl Merkmale der echten Rennmäuse (Gerbillus) als auch der Rennratten
(Meriones) aufweisen. Auf Grund dessen wurde diese Art in eine eigene Gattung
gestellt. Diese Tiere sind im allgemeinen nachtaktiv, doch haben Erfahrungen
des Schulzoos gezeigt, das sich die Tiere recht schnell an regelmäßige Fütterungszeiten
gewöhnen. Buschschwanzrennmäuse können bei intensiver Beschäftigung mit den
Tieren handzahm werden. Erfahrungen bei der Zusammensetzung der Gruppen haben
gezeigt, das eine Gruppengröße von 1,2 oder 1,3 Tieren ideal ist und vor allem
bei mehreren Männchen in einer Gruppe Rivalitäten auftreten.
Autor: Matthias Berndt, Schulzoo-Leipzig